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Die Zitadelle von Bonifacio auf den weißen Kalksteinklippen über dem Mittelmeer

Sehenswürdigkeiten auf Korsika: die wichtigsten Ziele im Überblick

Foto: Einaz80, CC BY-SA 4.0

Aktualisiert am · Lesezeit ca. 6 Minuten

Korsika wird wegen seiner Gebirgslandschaft oft als „Gebirge im Meer“ bezeichnet, und genau diese Mischung aus Steilküste, Bergdörfern und einsamen Buchten prägt auch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Insel. Von der Felsenstadt Bonifacio über die rot glühenden Granitformationen der Calanche de Piana bis zum historischen Corte im Landesinneren: Diese Übersicht sammelt die Ziele, die auf kaum einer Korsika-Reise fehlen.

Bonifacio

Bonifacio liegt an der Südspitze Korsikas und gehört zu den eindrucksvollsten Altstädten im Mittelmeerraum. Die mittelalterliche Oberstadt, die Ville haute, steht auf einer 900 Meter langen, schmalen Landzunge aus Kalk- und Sandstein, die an der Seeseite durchschnittlich 70 Meter senkrecht zum Meer abfällt. Die Häuser stehen so dicht am Abgrund, dass sie von unten fast wie auf einem Balkon wirken. Bootsausflüge vom Hafen aus führen entlang der Kliffküste zu Grotten und zur sogenannten „Treppe des Königs von Aragon“, einer in den Fels gehauenen Treppe, die laut Überlieferung während der Belagerung durch Alfons V. von Aragonien im Jahr 1420 entstand. Vom südlichsten Punkt der Insel, dem Capo Pertusato, eröffnet sich ein weiter Blick auf die Stadt und die Straße von Bonifacio, die Meerenge zur zwölf Kilometer entfernten Insel Sardinien.

Bonifacio und Umgebung: der Meeresfriedhof

Im Westen der Altstadt von Bonifacio liegt der alte Meeresfriedhof, der Cimetière marin de Saint-François, der mit seinen zahlreichen Mausoleen und Familiengrüften fast den Charakter einer eigenen kleinen Stadt annimmt. Von Bonifacio aus bietet sich zudem eine Wanderung entlang der Kliffküste bis zum südlichsten Punkt der Insel an. Wer von hier aus weiter an die Strände der Region will, findet auf der Seite Strände unter anderem die Buchten Palombaggia, Santa Giulia und Rondinara.

Calanche de Piana

Südlich des Küstenorts Porto erstreckt sich die Calanche de Piana, eine bizarre Felsenlandschaft aus rötlichem Granit, die in rund 400 Metern Höhe direkt über dem Meer liegt. Bei Sonnenschein scheinen die Felsen regelrecht rot zu glühen. Die enge Straße D81 von Porto nach Piana führt mitten hindurch, mehrere ausgeschilderte Spazierwege erschließen die besten Aussichtspunkte. Die Verwitterung hat den Felsen bizarre Formen gegeben, sogenannte Tafoni, denen die Einheimischen Namen wie „Hundekopf“ oder „Herz“ gegeben haben. Zusammen mit der Girolata-Bucht, der Bucht von Porto und dem Naturschutzgebiet Scandola wurde die Calanche 1983 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt.

Die rötlichen Granitfelsen der Calanche de Piana mit Blick auf den Golf von Porto Foto: Myrabella, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Naturschutzgebiet Scandola

Nördlich der Calanche, auf der Halbinsel La Scandola, liegt das älteste Naturschutzgebiet Frankreichs. Es steht seit 1975 unter Schutz und ist Teil des UNESCO-Weltnaturerbes „Golf von Porto“, das die 7. Sitzung des Welterbekomitees 1983 in Florenz in die Liste aufnahm, unter anderem wegen der außergewöhnlichen geologischen Formationen aus porphyritischem Gestein und der Lebensräume für Möwen, Kormorane und Seeadler. Scandola ist nicht mit dem Auto erreichbar, ein Zugang besteht nur zu Fuß oder mit einem der zahlreichen Ausflugsboote, die von Porto oder Calvi aus starten. Die schroffen Felsen fallen direkt ins klare Wasser und beherbergen eine reiche Meeresfauna und -flora. Der namensgebende Golf von Porto selbst liegt zwischen dem Küstenort Porto, der zur Gemeinde Ota gehört, und der Halbinsel von Girolata. Rund um Porto wächst in großen Mengen Eukalyptus, ein Wahrzeichen des Ortes ist ein Wachturm aus dem 15. Jahrhundert, die Torregiana. Vom südlich gelegenen Gipfel Capu d’Orto auf 1.294 Metern Höhe bietet sich ein Rundblick über den gesamten Golf.

Rötliche Felsnadeln aus Porphyr im Naturschutzgebiet Scandola an der Westküste Korsikas Foto: Michael Clarke, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Ajaccio

Die Inselhauptstadt Ajaccio liegt an der Westküste am Golf von Ajaccio und ist vor allem als Geburtsstadt Napoleon Bonapartes bekannt, der hier 1769 zur Welt kam. Die genuesische Altstadt mit ihren engen Gassen, das Geburtshaus Napoleons und die vorgelagerten Îles Sanguinaires machen die Stadt zu einem eigenen Ziel, das in der Übersicht Ajaccio ausführlich beschrieben ist.

Corte und das Restonica-Tal

Corte liegt als einzige bedeutende Stadt im Inneren der Insel auf einem Hochplateau am Zusammenfluss von Restonica und Tavignano. Unter dem korsischen Staatsmann Pascal Paoli war Corte von 1755 bis 1769 Hauptstadt des unabhängigen Korsika, Paoli gründete hier auch die erste Universität der Insel. Die Zitadelle thront auf einem Felssporn über der Altstadt, ihr höchster Punkt wird „Adlernest“ genannt und bietet einen weiten Blick über das Bergland. Heute beherbergt die Zitadelle ein Museum zur korsischen Geschichte. Direkt an die Stadt schließt sich das Restonica-Tal an, eine schmale Straße führt auf 15 Kilometern fast 1.000 Höhenmeter hinauf bis zur Bergerie de Grotelle auf 1.370 Metern. Von dort sind die Bergseen Lac de Melo und Lac de Capitello zu Fuß in etwa einer beziehungsweise zwei Stunden erreichbar, beide werden vom Fluss Restonica gespeist, der im Tal auch zum Baden einlädt.

Die Zitadelle von Corte auf ihrem Felssporn im Zentrum Korsikas Foto: Bj.schoenmakers, CC0, via Wikimedia Commons

Calvi

Calvi liegt an der Nordwestküste am Golf von Calvi und ist Hauptort der Landschaft Balagne. Die Oberstadt wird von der genuesischen Zitadelle aus dem 15. Jahrhundert und dem Gouverneurspalast dominiert, am Zugang zur Oberstadt steht bis heute der lateinische Leitspruch „Civitas Calvi semper fidelis“ (Die Stadt Calvi ist immer treu), mit dem die Stadt ihre jahrhundertelange Treue zu Genua bekräftigte. Einer lokalen Überlieferung zufolge soll in der Zitadelle sogar Christoph Kolumbus geboren worden sein, belegt ist das allerdings nicht, und auch andere Städte in Italien, Spanien und Portugal erheben denselben Anspruch.

Cap Corse

Die Halbinsel Cap Corse im Norden Korsikas ist rund 40 Kilometer lang und 10 Kilometer breit und deutlich weniger touristisch erschlossen als der Rest der Insel. Entlang der Küste reihen sich kleine Dörfer wie Macinaggio, Centuri und Nonza, zahlreiche genuesische Wachtürme säumen die Steilküste. Das Cap ist eine bekannte Weinregion, der Muscat du Cap Corse trägt seinen Namen. Mehr zu den Stränden der Halbinsel, etwa dem ungewöhnlichen Steinstrand von Nonza, steht auf der Seite Strände.

Aiguilles de Bavella

Die Aiguilles de Bavella sind markante Granittürme im Süden Korsikas, die bis zu 1.855 Meter hoch aufragen und zur Nordgruppe des Bavella-Massivs gehören. Von der Passhöhe des Col de Bavella auf 1.218 Metern führen ausgeschilderte Wanderwege zu den Felsnadeln, der Fernwanderweg GR20 verläuft südlich an ihnen vorbei. Bei den Einheimischen tragen die Spitzen auch die Namen „Fourches“ (Gabeln) oder „Cornes d’Asinao“ (Eselsohren). Der kleine Ort Zonza vor der Kulisse der Aiguilles gehört zu den bekanntesten Postkartenmotiven der Insel.

Die Granit-Felsnadeln der Aiguilles de Bavella, im Vordergrund korsische Schwarzkiefern Foto: Mathieudu68, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Mehr über Korsika

Wer sich zuerst einen Überblick über Lage, Fläche und Geschichte der Insel verschaffen will, findet die wichtigsten Fakten auf der Seite Korsika auf den Punkt gebracht. Für Aktivurlauber mit Fokus auf Wandern und Wassersport lohnt zusätzlich ein Blick auf den Beitrag Aktivurlaub auf Korsika, der unter anderem die Wanderwege rund um das Bergland beschreibt, zu dem auch das Restonica-Tal und die Aiguilles de Bavella gehören.

Häufige Fragen

Was sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf Korsika?

Zu den meistbesuchten Zielen zählen die Zitadelle von Bonifacio auf den Kalksteinklippen, die rötlichen Granitfelsen der Calanche de Piana, das Naturschutzgebiet Scandola, die Zitadelle von Corte im Bergland sowie die Felsnadeln der Aiguilles de Bavella.

Warum ist die Calanche de Piana UNESCO-Weltnaturerbe?

Die Calanche de Piana wurde zusammen mit der Girolata-Bucht, der Bucht von Porto und dem Naturschutzgebiet Scandola 1983 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt, unter der Bezeichnung „Golf von Porto: Piana Calanche, Golf von Girolata und Naturschutzgebiet Scandola“.

Wie erreicht man das Naturschutzgebiet Scandola?

Scandola ist nicht mit dem Auto erreichbar. Laut Wikipedia führt nur ein Fußweg hinein, meist wird das Gebiet mit Ausflugsbooten von Porto oder Calvi aus besucht.

Was macht die Zitadelle von Corte besonders?

Corte war von 1755 bis 1769 unter Pascal Paoli die Hauptstadt des unabhängigen Korsika, die Zitadelle liegt auf einem Felssporn über der Stadt und beherbergt heute ein Museum zur korsischen Geschichte.

Was ist das Restonica-Tal?

Das Restonica-Tal führt von Corte aus ins Gebirge, auf 15 Kilometern überwindet die Straße fast 1.000 Höhenmeter. Von der Bergerie de Grotelle am Ende des Tals sind die Bergseen Lac de Melo und Lac de Capitello zu Fuß erreichbar.

Quellen und weiterführende Informationen